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2000, 2001 und 2002

Übersicht: Veröffentlichungen in diesem Zeitraum waren -
2000: das Recoil-Album Liquid sowie die Singleauskopplungen Strange Hours / New York Nights / Don't Look Back und Jezebel.
2001: Die DM-Single Dream On, das Album Exciter, die weiteren Singleauskopplungen I Feel Loved / Dirt und Free Love / Zenstation sowie eine weitere Singleskollektion.
2002: Die Single Goodnight Lovers, der Konzertmitschnitt One Night In Paris und eine Videokollektion.




Am 06.03. erschien das Recoil-Album Liquid, dem am 03.04. die Single Strange Hours / New York Nights / Don't Look Back sowie am 21.08. die Single Jezebel folgten.
Ähnlich wie seine Vorgänger war es eher unkonventionell und stieß nicht überall auf Verständnis und Gegenliebe. Es führte gar zu der Spekulation, Alan sei ein wenig depressiv: "Ich kann nicht genau sagen, warum ich zu dieser Art von Musik tendiere, aber ich denke, dass die dunkle Seite der menschlichen Natur interessanter ist.[1] Ich glaube nicht, dass ich ein düsterer Typ bin, ich bin eher spaßig und nicht zu ernst. Wenn die Leute aufgrund der Musik denken, ich sei morbid oder ernst, dann irren sie sich. Die Leute sprechen auch immer von der Düsterkeit des Albums. Ich würde es eher als 'dramatisch' beschreiben. Ich weiß auch nicht, warum meine Musik immer so klingt. Ich folge da einfach meinen Instinkten, und das kommt dabei heraus. Vielleicht ist das auch eine Seite von mir, die nur in der Musik durchkommt. Ich weiß auch nicht, ich kann das nicht begründen."
Die 14-Minuten-Version von Black Box "war die Originalversion, wenngleich sie im Laufe der Zeit viele Änderungen erfuhr. Meine Vorstellung war es, dass sich der Zuhörer nach der Eröffnungssequenz - wenn die Electro-Sequenz einsetzt - 'an Bord des Flugzeugs am Beginn seiner fatalen Reise' befindet. Es stellte sich heraus, dass die 'Reise-Sequenz' (die sehr lang ist) nicht zum Rest des Albums passte. Daher teilte ich den Track in eine 'Vorher'- und eine 'Danach'-Sequenz und platzierte dazwischen die anderen Songs, die so etwas wie die Erinnerung eines Menschen darstellen" [die er hat, während das Flugzeug abstürzt].[2]
Daraus entstand dann das Konzept für das Album, welches mit dem Preis "Bestes Album" der Charles Gros Academy ausgezeichnet wurde.



Want

(Want (Scars) - mit freundlicher Genehmigung von © Fury Harbinger)



Wie üblich gab es kaum ein Recoil-Interview, ohne dass DM erwähnt wurde. (Ich gebe allerdings zu, natürlich hauptsächlich diese Aussagen herausgepickt zu haben, zumal es schließlich eine DM-Biographie ist.)
Alan: "Ich habe noch etwas Kontakt, hauptsächlich zu Dave. Da er in New York lebt, sehen wir uns aber nicht gerade oft. Als ich auf Promotour in New York war, habe ich ihn getroffen. Dave war in fantastischer Form, und wir haben uns über viele Dinge amüsiert - altes und neues. Er ist offensichtlich sehr vernarrt in Stella Rose und scheint sehr davon erfüllt zu sein. Mit Martin und Fletch habe ich nicht wirklich viel Kontakt. Hauptsächlich spielt sich das auf geschäftlicher Ebene ab. ... Nicht zuletzt bin ich stolz und glücklich über meine Jahre mit DM. Es waren gute Jahre. Klar, wir hatten einige Probleme, aber insgesamt habe ich so viele Erinnerungen in mir, die wichtig für viele Menschen und für mich sind, und auch für das, was ich jetzt mache."
Frage eines Fans: "Könntest du dir vorstellen, Dave auf einem Recoil-Album singen zu lassen?"
Alan: "Ich denke nicht, es würde sich nicht richtig anfühlen. Ich mag Dave sehr, aber ich will mit verschiedenen Leuten arbeiten. Außerdem, hast du dir schon mal überlegt, dass er vielleicht kein Interesse daran haben könnte, mit Recoil zu kollaborieren?"[3]

Schon hier - nur drei Jahre nach Unsound Methods und den ersten "ich bin ja soooo glücklich"-Beteuerungen - fiel auf, wie wenig glücklich Alan AUSSAH, obwohl er natürlich auch bei diesem Album betonte, wahnsinnig glücklich zu sein und es nicht im Mindesten zu bereuen, DM verlassen zu haben.
Natürlich können private Probleme hier eine Rolle gespielt haben. Vielleicht scheiterte er an dem Problem fast aller Paare, die sich in extremen Situationen kennen lernen und danach versuchen, einen normalen Alltag zu leben. Wie auch immer, es ist zumindest auffällig, dass er 2001 zum zweiten Mal Vater wurde, angeblich das "Familienleben genießen" wollte, dann aber rund fünf Jahre (nach eigener Aussage) trinkend und fernsehend auf der Couch verbrachte.
Als Grund dafür nannte er, dass er es frustrierend fand, dass er so viel Arbeit in die beiden Alben gesteckt hatte, die Leute aber Probleme hatten, sie überhaupt kaufen zu können.
Vielleicht begann er in dieser Zeit zu ahnen - er war recht interaktiv und beantwortete viele Fanfragen (größten Teils zu DM) - dass er den Geist von DM nie los werden würde, was immer er auch tun würde.



Es gibt hier keinen direkten Zusammenhang, aber nichtdestotrotz ist es interessant, dass Dave über die Devotional-Zeit einmal sagte, dass sie so eine Art Mafia für sich selbst kreiert hätten - und dass Nicole Blackman in "Chrome" über die "black cotton mafia" singt.
Während ich auf Anfragen bezüglich einer Erlaubnis zum Einfügen von Ausschnitten aus Depeche-Mode-Songs nie eine Antwort erhalten habe, erlaubte Alan mir dies in Bezug auf Recoil-Songs.
Dies ist ein Ausschnitt aus Chrome:

(mit freundlicher Genehmigung von © Recoil / Alan Wilder)



Am 05.06.2000 gingen DM wieder ins Studio, um Exciter aufzunehmen. Die Arbeiten dauerten bis zum Januar 2001 und fanden in London, New York und Santa Barbara statt, wohin Martin inzwischen gezogen war.
Nachdem sie bei Ultra mit Tim Simeon als Produzenten zusammengearbeitet hatten, wählten sie dieses Mal Mark Bell und setzten auch das Team etwas anders zusammen. Als sie sich nach einem passenden Produzenten umgeschaut hatten, hatten sie feststellen müssen, dass es für DM gar nicht so viele geeignete gab.
Martin: "Mark Bell kann Sounds visualisieren. Er geht an ein Keyboard und kreiert den Sound, den er vorher im Kopf hatte. Es ist nicht einfach ein Keyboard-Sound, es ist die ganze Vision des Songs.[4] Ich mochte die Atmosphäre der Sachen, die Mark für Björk kreiert hat. Nachdem wir mit ihm gearbeitet haben, haben wir realisiert, wie essentiell er für diese Alben war.[5]"
Die Produktion schien jedoch etwas schleppend voran gegangen zu sein.
Martin: "Ich hatte dazwischen sechs Monate, in denen ich nichts tat. Ich hatte eine echte Blockade, ich war nicht inspiriert, ich fühlte mich nicht, als hätte ich Songs in mehr. So habe ich zum ersten Mal Freunde dazu geholt, nur, um mir einen Start zu geben. Nur, dass sie da waren, brachte mich zum Schreiben. Sie saßen im Studio, warteten auf Arbeit, und ich sagte: Gebt mir zwei Stunden und ich werde mit einem Song zurückkommen. Das war wirklich wichtig für mich. Hätte ich sie nicht da gehabt ... Der Rest der Band hatte nichts zu tun, die Plattenfirma war verzweifelt, aber das half alles nichts, bis ich zwei Leute im Studio sitzen hatte, die auf Arbeit warteten."[6]

Wie schon bei Ultra schrieb Dave auch für Exciter einige Songs und spielte Martin die Demos vor. Beide Male scheiterte er.
Dave: "Das einzige Mal, dass ich wirklich genug Mut dazu hatte, war während wir Ultra aufnahmen. Ich hatte diesen Song, er hieß The Ocean Song, und ich spielte Martin das Demo vor. Es war ein sehr einfaches Demo, ich habe nur mit dem Fuß den Rhythmus vorgegeben und dazu gesungen. Ich spielte es Martin also vor, und er mochte es. Dann wurde mir aber gesagt, der Song passe nicht ins Thema des Albums."[7]
The Ocean Song würde 2003 unter dem Titel Closer als B-Seite der Paper-Monsters-Single I Need You Verwendung finden. Dass Martin nicht auf Daves Demos zu Exciter reagierte, war der Grund für Paper Monsters und für einige interne Probleme. Seltsamerweise machte Fletch Dave dafür verantwortlich, dass Martin nicht reagiert habe, weil er ihm die Demos vorgespielt habe, während der betrunken war, sodass er sich danach nicht mehr erinnern konnte. Außerdem habe Dave ihn nicht direkt gefragt, ob die Songs auf dem Album verwendet werden könnten. Dies muss man wohl als Beweis für die mangelhafte Kommunikation innerhalb der Band sehen.


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Der erste Track, an dem sie arbeiteten, war Dream On, jene Single, die am 23.04.2001 erschien. Er war programmatisch für das Album: eine Mischung aus elektronischen Beats mit einer akustischen Bluesgitarre. Der Song war richtungsweisend für den Rest des Albums.
Martin: "Wir haben schon immer komischen Pop gemacht und diese Platte ist ein weiterer Beweis dafür. Ich finde, sie passt in keine Nische richtig hinein. Aber wir haben ja nie irgendwo genau hineingepasst. Ich mag es, komische Musik zu machen - und wenn sie dann auch noch erfolgreich ist: umso besser."[8]

Angeblich war die Stimmung während der Aufnahmen hervorragend (etwas, was sich später als nicht ganz richtig herausstellen sollte).
Fletch: "In der Vergangenheit sind wir als Band, als Menschen nicht besonders gut miteinander ausgekommen. Heutzutage kommen wir besser miteinander aus denn je. Es ist eine bizarre Situation für Depeche Mode, glücklich zu sein.[9] Vor den Aufnahmen haben wir miteinander gesprochen und alle Probleme, die wir hatten, ausgeräumt. Wir hatten eine wirklich gute Zeit. Ich muss sagen, dass ich vor ein paar Jahren nicht gedacht hätte, dass ich das mal sagen würde. Aber keine Sorge: wir streiten uns immer noch. Es gibt immer noch Spannungen, aber ein Band braucht das auch. Martin ist einer meiner besten Freunde, Dave ist mehr wie ein Bruder. Ich muss nicht Daves bester Freund sein, um mit ihm in einer Band sein zu können.[10]"
Martin: "Ich denke, bei diesem Album waren die Beziehungen innerhalb der Band sehr gut. Wir waren in der Lage, uns in einen Raum zusammen zu setzen, zu diskutieren und Entscheidungen zu treffen, was sehr simpel klingt, aber etwas war, was wir ab einem bestimmten Punkt vermieden haben zu tun. Oft wurde mit jedem Einzelnen gesprochen, was ziemlich verrückt war. Jetzt können wir miteinander reden, was sehr wichtig ist."
Fletch: "Wir sind wie eine Familie. ... Es scheint, als wäre Exciter ein Liebesalbum."
Martin: "Das ist das Hauptthema der Platte - alle meine Songs handeln von Beziehungen."[11]
Weshalb Love auch der Arbeitstitel des Albums gewesen sein soll.

14.05.2001 wurde das Album Exciter veröffentlicht, für das DM später den Q-Award für Innovation erhielt, und am 04.06. begann die Exciter-Tournee. Man startete diesmal in den USA, spielte dort auf dem ersten Abschnitt 41 Konzerte, das letzte am 19.08. in Anaheim.
Zwischendrin erschien am 20.07. die Single I Feel Loved / Dirt. Dirt ist ein Cover von den Stooges. Der Song wurde Teil des Soundtracks des Films Resident Evil, der 2002 in die Kinos kam.
Dave (über I Feel Loved): "Ich mache mir das Leben selbst schwer. Ich bin in einer Band, und das ist ein Kompromiss, und ich bringe etwas in DM ein, von dem ich denke, das es wichtig ist, und ich drücke mich durch die Songs von jemand anderem aus, was in all den Jahren für mich normal war. ... Ich bin so stolz auf meinen Sohn, Jack, und wenn ich nach Hause komme [nach New York], umarmt mich mein Stiefsohn, und meine kleine Tochter sieht mich SO an - das ist es, was zählt. Es klingt kitschig, aber ich fühle mich wirklich geliebt. Ich arbeite an mir selbst, ich bin immer noch sehr misstrauisch und so, aber ich habe auch Momente des absoluten Glücks.[12] Ich vermisse meine Frau und meine Tochter. Ich habe jetzt ein richtiges Leben, abseits von DM. Das erste Mal seit Jahren, und ich versuche alles, um es nicht zu verderben. Ich mache immer noch Fehler, aber ich gebe Acht. Ich laufe nicht mehr weg."[13]
Generell schien er etwas entspannter zu sein und sich wieder wohler zu fühlen, wenngleich er - wie sich später zeigen sollte - nicht wirklich zufrieden war mit dem, was bei Exciter geleistet worden war.

Zu The Dead Of Night erklärte Martin: "Früher waren wir Teil der privilegierten Rockstarszene, die sich in den angesagtesten Londoner Clubs wie Soho House, Groucho Club und Brown's traf. Und es war eine wirklich traurige Szene. Es gab drei Stufen. Die reguläre unten, die etwas VIP im ersten Stock und die Ultra-VIP ganz oben. Im Brown's nannte man das den Red Room. Jeder dort nahm unglaublich viele Drogen, weil es allgemein bekannt war, dass es ultracool war, dort Drogen zu nehmen. Daher war der Red Room für mich der Zombie Room, weil dort alle immer zu schnell redeten, ohne etwas zu sagen. Und während man dort war, waren alle Leute in dem Raum deine besten Freunde auf Erden. Aber wenn man ihnen am nächsten Tag auf der Straße begegnete, wusstest du nicht mal mehr ihren Namen."[14]



Exciter

(mit freundlicher Genehmigung von © Karen (°°k°°)



Manche Journalisten wagten es weiterhin, nach Alan zu fragen, und vor allem danach, welche Auswirkungen sein Ausstieg auf den Klang der letzten beiden Alben habe.
Fletch: "Alan war ein wichtiger Teil von DM, und wir vermissen seinen Input sehr."
Dave: "Das ist sehr nett von dir, ich bin sicher, Alan würde diesen Kommentar sehr zu schätzen wissen." (lacht)
Fletch: "Um ehrlich zu sein, ich denke, es tut uns gut, mit verschiedenen interessanten Leuten zusammen zu arbeiten, die durch Alans Ausstieg vielleicht mehr mit einbezogen wurden. Alan neigte dazu, die Kontrolle zu übernehmen; das bedeutet natürlich auch, dass wir uns auf die Leute, die jetzt beteiligt sind, verlassen müssen. Bis jetzt hatten wir Glück."[15]
Diese Frage wurde so oft gestellt wie früher die nach den Neuen Romantikern, dann die nach den Klamotten und dann die nach den Drogen. Die Band wich dem mehr und mehr aus, sodass man mitunter fast meinte, sie wollten den Eindruck erwecken, Alan habe nie existiert und sei auch nie von Bedeutung gewesen. Das Gleiche passierte mit dem Drogen-Thema. Ab einem bestimmten Punkt, würde die Band ganz einfach behaupten, sie könnte sich an diese Zeit nicht mehr erinnern. Einerseits ist das verständlich. Es ist ermüdend, immer wieder das Gleiche gefragt zu werden. Andererseits wirkten sie hierbei mitunter etwas unhöflich.

Gleichzeitig kamen ihnen aber auch einige (Selbst-)Erkenntnisse.
Fletch: "In den alten Tage, wenn wir nach L.A. kamen, für sieben oder acht Tage, gingen wir sofort los, Party machen. Aber in der letzten Nacht war es anders. Ich wachte an diesem Morgen auf und dachte: Ich wünschte, ich hätte nicht diese beiden letzten Drinks genommen! Ich kann nicht mein Bestes geben, wenn ich einen Kater habe."
(Interessant ist, dass sich die letzte Aussage mit der Alans zum Thema "warum bist du im Studio so langweilig?" deckt ...)
Martin: "Ich stimme Andy zu. In der Vergangenheit wären wir jede Nacht ausgegangen. Letzte Nacht waren wir nur wegen der Grammyparty aus. Und ich sage nicht, dass ich nicht mehr getrunken habe als ich sollte, aber es war mir bewusst. In der Vergangenheit war mir das nicht bewusst. Mein Hauptziel war es, so wild wie möglich zu sein und mir keine Sorgen über den nächsten Tag zu machen."[16]

Dave: "Ich habe mich selbst in eine Position gebracht, sehr offen über alles zu reden, was ich durchgemacht habe, und es wurde sehr persönlich und einiges davon war traurig ... Es kam wie Sensationslust daher, und es war alles, aber nicht sensationell. Was ich versuchte, rüberzubringen war, wie armselig mein Leben geworden war, und wie ich es dazu kommen ließ. Immerhin war es ehrlich. Ich habe zu viel darüber geredet, und ich war wirklich verloren - es kam rüber, als wäre ich der erste und einzige Junkie in der Welt, aber ich habe so gelebt. Heute weiß ich, dass ich einer von Millionen von Leuten bin, die verzweifelt nach jemandem suchen, der ihnen ein gutes Gefühl gibt. Ich habe mich so anders gefühlt, clean und so, dass ich darüber reden wollte, weil ich wollte, dass sich jeder so fühlt, und sieht, dass es einen anderen Weg gibt."[17]
Über seine Tattoos: "Ich bereue sie alle. Ich denke, ich hatte diese verrückte Idee, durch den Schmerz gehen zu müssen, und ich dachte, ich würde dadurch stärker werden."[18]
(Komischerweise nutzt er aber trotzdem jede Gelegenheit dazu, sie zu zeigen ;) Hierzu fällt mir ein Zitat von Ron Young (Little Ceasar) ein: "Musiker sind Exhibitionisten. Warum sonst stellen sie sich vor so vielen Leuten zur Schau? Tätowierungen sind für Leute, die sich gerne zeigen - da gibt es eine Wechselbeziehung. Es ist wie bei einem großen Soulsänger, der sein Innerstes nach außen kehrt. Genauso ist es mit Tattoos, die einen Teil deiner Seele nach außen auf die Haut tragen."[19])

Außerdem resümierte David: "Von Beginn an waren Fletch und Martin echte Freunde, sie gingen zusammen zur Schule, und ich stand ein bisschen außen vor, und ich habe auch damit weitergemacht, außen vor zu stehen, durch die gesamte Zeit von DM hindurch. Wir sind sehr verschiedene Persönlichkeiten, und ich weiß, Fletch und Martin hängen zusammen rum, aber ich denke nicht, wir haben je als Band zusammen rumgehangen. Wir sind ab und zu zusammen ausgegangen und haben was getrunken, aber das ist alles. Aber es ist okay, ich komme damit jetzt klar.[20] Ich habe das Gefühl, dass Martin mich ebenso respektiert wie ich ihn, aber er ist unfähig, das zu sagen. Martin ist nicht die Sorte Mensch, die dir auf den Rücken klopft und dir sagt: Das ist toll. Um ehrlich zu sein, ich würde nicht wissen, was ich damit anfangen sollte.[21]"



Dave

(mit freundlicher Genehmigung von © Keyou Arian)



Der europäische Teil der Tour begann am 28.08.2001 in Tallinn. Bis zum 05.11. folgten 43 Konzerte.
Am gleichen Tag, also am 05.11., wurde die Single Freelove / Zenstation veröffentlicht. Zuvor war noch am 03.09. The Singles 81-98 erschienen.
2002 wurde Mute für etwa 23 Mio. Pfund an EMI verkauft. (Daniel Miller blieb aber dennoch Labelchef.) Und so endeten DM dann doch als EMI-Act, etwas, was sie immer zu vermeiden versucht hatten. Sie behielten aber dennoch einen großen Teil ihrer Unabhängigkeit.
Etwa zur gleichen Zeit gründete Fletch sein Label "Toast Hawaii", das er hauptsächlich dazu nutzte, um die Gruppe Client zu vermarkten.
Am 11.02. erschien die Single Goodnight Lovers, die sich allerdings wegen zu vieler Songs nicht für die UK Singles Charts qualifizieren konnte. Sie wies vier Tracks auf, zugelassen sind jedoch nur drei.
Am 27.05. wurde der Konzertmitschnitt One Night In Paris veröffentlicht und am 25.11. erschienen noch The Videos 89-98+.






Quellenangaben:
[1] Songs of Praise and Emotion, Blue Divide, Volume 2, Issue 1, 2000. Autor unbekannt
[2] recoil.co.uk
[3] recoil.co.uk
[4] Keyboard, Mai 2001, Text: Robert L. Doerschuk
[5] Q&A: Depeche Mode, Mean Street, Mai 2001. Text: George A. Paul
[6] Keyboard, Mai 2001, Text: Robert L. Doerschuk
[7] Dave Gahan: Paper Monsters Interview, EPK, Mute IPKSTUMM216
[8] The Story Of Depeche Mode, BBC Radio London Live94.9, 07.05.2001, Produzent: Tony Wood
[9] Mode in Britain, Hot Tickets, 12.-18. Oktober 2001. Text: Andrew Panos
[10] Just Can't Get Enough, Uncut, Mai 2001. Text: Stephen Dalton
[11] Virtually Alternative, April 2001, Text: Sat Bisla
[12] In the Mode for Love, Time Out, 04.04.2001. Text: Omer Ali
[13] Many Smack-Free Returns! Q, Juni 2001. Text: Dorian Lynskey
[14] Flaunt, Mai 2001, Text: Tom Lonham
[15] Virtually Alternative, April 2001, Text: Sat Bisla
[16] Flaunt, Mai 2001, Text: Tom Lonham
[17] In the Mode for Love, Time Out, 04.04.2001. Text: Omer Ali
[18] The Survivor, FHM, Juni 2001. Text: Caroline Rees
[19] Quelle ist nicht mehr auffindbar
[20] The Basildon Bond, The Times Magazine, 14.04.2001. Text: Paul Connolly
[21] Many Smack-Free Returns! Q, Juni 2001. Text: Dorian Lynskey



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© 2007-11 Lilian R. Franke



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