1983
Übersicht: Veröffentlichungen in diesem Jahr waren die Singles Get The Balance Right/The Great Outdoors! und Everything Counts/Work Hard sowie das Album Construction Time Again, dem noch die Singleauskopplung Love, In Itself/Fools folgte.
Im Januar gingen DM erstmals
gemeinsam mit Alan ins Studio. Sie arbeiteten mit den Soundingenieuren
Eric Radcliffe und John Fryer zusammen und nahmen in den Blackwing Studios in
London auf. Das Ergebnis erschien am 31.01.:
die Single Get The Balance Right / The Great Outdoors!.
Während Get The Balance Right nicht auf Construction Time Again
erschien, wurde es für die amerikanische Compilation People Are People
und The Singles 81-85 verwendet. Die B-Seite, The Great Outdoors!,
ein Instrumentalstück, bei dem neben Martin auch Alan als Komponist genannt
wird, wurde teilweise als Intro während der A Broken Frame-Tour eingesetzt.
Alan: "Interessant ist, dass dies das erste Mal war, dass wir uns
darauf konzentrierten, eine dance 12" zu produzieren. Obwohl auch schon für
vorherige Veröffentlichungen Remixe erstellt worden waren, war dieser stark
auf die Clubs ausgerichtet."[1]
Zunächst war die Band natürlich darum bemüht, etwas Positives über ihre neue
Single zu sagen.
Martin: "Ich denke, Get The Balance Right ist um einiges härter,
kraftvoller und direkter. Es ist auch recht düster. Ich denke, unser neues
Material ist mehr auf den Punkt, behandelt allgemeinere Themen, mit denen
jeder etwas anfangen kann, anstatt doch eher persönliche Texte zu haben."[2]
David: "Get The Balance Right sagt den Leuten, dass sie ihren
eigenen Weg gehen sollen. Es enthält auch eine kleine Spitze gegenüber Leuten,
die anders sein wollen, nur um des Anderssein Willens. Man muss vielmehr die
Balance zwischen Normalität und Verrücktheit finden."[3]
Später wurde dann nach und nach klar, dass sie über Get The Balance Right
alles andere als glücklich waren.
Alan: "Ich denke, ich habe keinen großen Unterschied hinein
gebracht. Ich habe es wahrscheinlich eher schlechter gemacht."
Martin: "Nun, es ist wohl die Single, die wir am wenigsten mögen.
Es war die Hölle, sie aufzunehmen.[4] Die Dinge liefen plötzlich sehr schlecht
für uns, vor allem in den Medien - es musste so kommen. Keine Überraschung,
nur ein bisschen
ärgerlich, besonders, wenn dich Leute mochten und dich aus dem
gleichen Grund plötzlich nicht mehr mögen. Vorher konnte man
nichts falsch machen, nun kann man nichts richtig machen."[5]
Auch das Video kann man nicht gerade als Meisterwerk bezeichnen.
Obendrein erscheint Alan am Anfang des Videos singend vor der Kamera,
weil der Regisseur ihn für den Lead-Sänger hielt.
Alan: "Dies passierte, weil der Regisseur nicht wusste, wer der
Sänger der Band ist und aus irgendeinem Grund zu dem Schluss kam,
ich sei es. Es war uns zu peinlich, ihn auf seinen Fehler
hinzuweisen."[6]
(Construction Time Again - mit freundlicher Genehmigung von © Tupid)
Nachdem man am 07.02. einen Ausflug zur Musikmesse in Frankfurt
unternommen hatte, begab sich die Band vom 24.03. bis
zum 10.04. auf den letzten Teil der A-Broken-Frame-Tour,
der 11 Konzerte umfasste und sie zunächst in die USA führte und
dann nach Asien - nach Tokio, Hongkong und Bangkok.
David: "Der Japan-Trip kam praktisch aus dem Nichts. Wir sind dort noch
nie gewesen, aber wir verkaufen dort massenhaft Platten, daher dachten wir,
es wäre wohl das Beste, dort mal ein paar Konzerte zu geben."[7]
Alan: "Über die Jahre gab es immer mal wieder Situationen, in denen
wir auf internationalen Flughäfen regelrecht überrollt wurde - ich erinnere mich
besonders an die Szenen, als wir zum ersten Mal nach Japan und
Hong Kong reisten
und dort Chaos entstand, als wir versuchten, unser Gepäck einzusammeln und
den Flughafen zu verlassen."[8] (Er spricht hier natürlich von besonders
aufregten Fanmassen. ;))
Vor allem die Eindrücke aus Asien flossen in die Songs ein, die Martin nun
schrieb.
David: "Wir haben dort Sachen gesehen, die schlimmer sind, als
alles, was wir je gesehen hatten, als wir Leute betteln sahen und
kleine Kinder, die zu uns kamen, mit dreckigen Klamotten am Leib,
sich anbietend oder ihre Hände für Essen ausstreckend ... Wenn man
das erfährt, beginnt man zu verstehen, in welch glücklichen
Position wir alle hier sind. Wir waren in diesem wirklich teuren
Hotel, voll mit Geschäftsleuten, aber sobald man rausging, war es
eine total andere Welt."[9]
Hieraus würde die Presse später einen
"sozialistischen" Hintergrund konstruieren, meinte, die Songs auf
Construction Time Again hätten einen "Arbeiterklassehintergrund" und
trügen "Weltverbesserungsgedanken" etc.
Jahrelang bemühte sich die Band mehr oder weniger
erfolglos darum, zu erklären, dass Construction Time Again kein
"politisches Album" sei, sondern die Texte einfach aufgrund
dieser Erlebnisse entstanden seien.
Alan: "Ich denke, die politisch motivierten Songs aus der frühen
DM-Phase hatten mehr etwas mit dem Alter zu tun, als dass sie dazu gedacht
gewesen wären, ein Statement abzugeben. Wir hatten nie eine gemeinsame
politische Sichtweise. Wir hatten alle (auch durch unsere
verschiedenen Hintergründe bedingt) ganz unterschiedliche Ansichten
über die meisten Dinge. Und abgesehen von den Songs auf
Construction Time Again wird man schwerlich andere Lieder
finden, die politisch motiviert waren."[10]

Im Mai begannen die Aufnahmen zu Construction Time Again
in den Garden-Studios von John Foxx in London. Die neue
Bandkonstellation ergab, dass sich Fletch fortan mehr um die
organisatorische Seite kümmerte, während
Alan den Großteil der musikalischen Aufgaben übernahm.
Während einige Interpretationen suggerieren, es hätte von Anfang an Probleme
mit Alans Rolle im Studio gegeben, sagt Alan dazu: "Ich hatte keine
Probleme damit, eingebunden (und akzeptiert zu werden). Die anderen stellten
sich nicht quer, was das Studio anging. Am ehesten kann man sagen,
dass Daniel Miller die Studioarbeit kontrollierte."[11]
Weiterhin hielt die Sampling-Technik Einzug, wobei sie von Toningenieur
Gareth Jones unterstützt wurden, der sie dazu ermutigte, einen
Industrial-Sound zu kreieren.
Alan: "Das Album markierte den Beginn des Einsatzes von
Emulator und Synklavier, und ich denke, es markierte auch den Wendepunkt in
der Geschichte DMs. Es war sehr kreativ.[12] Es gibt einen Track auf dem Album,
der Pipeline heißt. Darin wurde eine Menge ungewöhnliche Percussion
verarbeitet. Was wir gemacht haben, war: wir sind rausgegangen und haben auf
allem herumgeschlagen, was wir finden konnten."[13]
Fletch: "Wir haben auf Wellblech und alten Autos herum getrommelt. Der
Gesang wurde in einer Eisenbahnunterführung in Shoreditch aufgenommen - man hört
bei dreiviertel der Aufnahme einen Zug und ein Flugzeug, das darüber hinweg fliegt.
Es ist sehr interessant, so etwas zu machen."[14]
Angeblich soll schon während dieser ersten gemeinsamen Studioarbeit deutlich
geworden sein, wie unterschiedlich die Charaktere waren. Während Alan sich
eher der ernsthaften Garde - Miller und Jones - anschloss und versuchte,
möglichst viel über die technische Seite zu lernen, sollen Fletch und Martin
oft herumgealbert und Fletch und David sich beständig über irgendetwas
gestritten haben.
Allerdings erscheint mir Malins' Darstellung in dessen Biographie zu
überspitzt und einseitig. Auch Alans Zitat, das er dazu als Beleg bringt, wirkt
aus dem Zusammenhang gerissen. Er erweckt den Eindruck dreier ernsthaft
arbeitenden Erwachsener, die sich vom Lärmen dreier spielender Kinder
gestört fühlen. Dies wird so sicherlich nicht der Realität entsprochen haben
und widerspricht auch den bandinternen Videoaufnahmen, die zwar eine
entspannte Atmosphäre mit einigen Jokes zeigen, jedoch nicht den Eindruck
erwecken, als hätten Fletch, Martin und David NIE irgendwas im
Studio gemacht.

Da wir gerade bei "Studio" sind: Construction Time Again war das erste Album, das in den Berliner
Hansa Studios abgemischt wurde.
David: "Wir wollten einfach eine andere Atmosphäre. Wenn man die
ganze Zeit an einem Ort arbeitet, wird es ein bisschen langweilig."
Fletch: "Der Ingenieur kannte die Hansa Studios, also gingen wir hin
und sahen sie uns an. Zuerst haben wir die Single dort abgemischt,
beschlossen, dass es uns gefiel, also haben wir das ganze Album dort
abgemischt."
Martin: "Das Mischpult war einer der Hauptgründe, um dorthin zu gehen:
es hatte 56 Kanäle. Es war das einzige Studio, das die Ausrüstung zu bieten
hatte, die wir brauchten."
In diesem Zusammenhang wurde auch die Frage des Jahres gestellt:
Habt ihr die Berliner Mauer besucht?
Alan: "Nun, wir haben direkt daneben gearbeitet. Man sieht aus dem
Studiofenster und da ist sie."[15]
Berlin stellte eine große Veränderung im Leben der Bandmitglieder dar. Vor allem Martin, zumal er der deutschen Sprache mächtig ist, fühlte sich dort sehr wohl. Er trennte sich von Freundin Anne - "Sie war eine gläubige Christin und hatte mich wirklich an den Zügeln. Sie war lächerlich - alles war pervers. Wenn ich fernsah und dort war jemand nackt, dann war ich ein Perverser" - legte sich mit Christina eine deutsche Freundin zu und "entdeckte die Freiheit".[16] Etwas, was in den kommenden Jahren für einiges Aufsehen sorgen sollte.

Am 11.07. erschien die Single Everything Counts / Work Hard,
der erste Hit des neuen Quartetts.
Sie markierte nicht nur eine neue musikalische Ära, die Band versuchte auch,
sich ein neues visuelles Image zu geben (allerdings würde es noch mal drei
Jahre dauern, ehe sie nicht mehr "irgendwie seltsam" aussehen würden).
Alan: "Nach den Julian-Temple-Jahren war uns klar, dass wir nicht nur
einen härteren Sound brauchten, sondern auch unser Image aufpolieren
mussten. Clive [Richardson, der das Video zu Everything Counts in
und um Berlin drehte] hatte eine Menge neuer Ideen, die keine
dämlichen Drehbücher beinhalteten."[17]
Martin ließ sich einmal dazu herab, zu erklären, dass es in Everything
Counts darum gehe, dass Unternehmen so ausarten, dass Einzelwesen keinerlei
Bedeutung mehr hätten, sodass jeder auf ihnen herum trampeln könne.
Ansonsten wollte er nur ungern etwas über seine Songs sagen:
"Es ist Sache der Leute, darin zu sehen, was sie wollen. Viele
Leute versuchen mich dazu zu bringen, jede Zeile zu erklären,
aber es entzaubert das etwas."[18]
Am 22.08. wurde das Album Construction Time Again
veröffentlicht. Die Band war sehr stolz darauf und erklärte, sie hätten versucht,
ernsthafte und teilweise alarmierende Songtextthemen wie etwa die Möglichkeit
eines nuklearen Krieges (Two Minute Warning) mit leichten, eingängigen
Melodien zu verbinden. Ihnen gefiel die Idee, dass die meisten Leute die
Melodie summen würden, ohne sich Gedanken über die Bedeutung der Texte zu
machen. Sie behaupteten, nun einen einzigartigen Sound zu haben (hatten sie),
was aber natürlich insofern lustig ist, weil sie das auch schon über A Broken
Frame gesagt hatten. In jedem Fall fühlten sie sich nun sehr viel
selbstbewusster und zufriedener, sodass sie mehr Spaß an der ganzen
Sache hatten.
David: "Wenn ich mir die Tracks vom ersten Album anhöre, sind sie mir
ziemlich peinlich. Zu der Zeit dachten wir natürlich, sie seien großartig.
Das zweite Album war ein bisschen depressiv,
weil wir uns so gefühlt haben ... aber bei diesem war die Stimmung
im Studio definitiv gut![19] Wir sind jetzt auch zu einer Einheit geworden.
Ich denke, es ist ein Geschenk, dass wir so gut miteinander auskommen, und
dass wir genießen, was wir im Moment machen. Solange wir es
genießen, werden wir weitermachen. Sobald es keinen Spaß mehr macht,
werden wir wohl nicht zusammenbleiben. Ich meine, manchmal streite
ich mich mit Fletch, aber das hat nichts mit der Musik zu tun, die
wir machen.[20]"
(mit freundlicher Genehmigung von © Anja - compositionofsound)
Am 07.09. begann die Construction-Time-Again-Tour, die sich
wiederum in
drei Teile aufsplittete. Der erste Teil umfasste 23 Konzerte in Großbritannien
und endete am 08.10. in London.
Zwischendrin erschien am 19.09. die Single
Love, In Itself / Fools.
David über Love, In Itself: "Das ist der sss-Song. Er hat einen
sehr sanften Gesang mit einem Haufen s drin. Er klingt schrecklich.
Ich bin ein bisschen enttäuscht davon, er hätte brillant sein können."[21]
Alan: "Es ist alles in allem ein etwas merkwürdiges Lied, nicht
zuletzt, da von dem Moment an, als wir es zum ersten Mal hörten,
ein running gag entstand. Denn die Verse erinnerten uns an ein
Kinderlied - ich denke Ugly Duckling [das hässliche Entlein].
Schließlich brachten wir Martin dazu, zuzugeben, dass er den Song
tatsächlich darauf aufgebaut hatte, und ich fürchte, dass ich
dieses Lied nie wieder hören und dabei ernst bleiben kann."
Und über Fools sagte er: "Er klingt nach mir, wenn ich versuche, einen
Popsong zu schreiben. Das ist etwas, was mir nicht wirklich liegt,
weswegen ich es dann auch gelassen habe, für DM
Stücke zu schreiben oder es zu versuchen. Ich habe mich damals
dazu gezwungen, es mal zu versuchen, aber es fällt mir nicht
leicht, Texte zu einem Popsong zu schreiben, ich mag das nicht.
Ich versuchte auch mal, Martin dazu zu bringen, mit mir zusammen Songs zu
schreiben, aber er meinte, auf diese Weise könne er nicht arbeiten. Ich
glaube, er hat einfach plötzlich eine Idee für einen Song und dann ist er
auch praktisch schon fertig."[22]

Der zweite Teil der Tour begann am 01.12. in Stockholm, umfasste 18
Konzerte in Europa bzw. hauptsächlich in Deutschland, wo DM besonders gut
ankamen, und endete am 23.12. in der Musikhalle in Hamburg.
Der dritte Teil der fand erst 1984 statt.
David: "Es gibt mir einen Kick, wenn das Publikum
mitmacht. Wenn ich vom Publikum nichts zurückbekomme, fühle ich
mich schlecht. Ich denke, so geht es jedem.[23] In Schweden waren wir
ganz überrascht. Das Publikum war so herzlich. Zuerst waren wir ein
bisschen nervös, aber sie waren so freundlich. Und Berlin gestern
war sehr, sehr gut. Normalerweise ist Berlin sehr kalt, und die
Leute stehen nur, aber alle machten mit, und es machte viel Spaß.[24]"
Kein Wunder, dass sie beschlossen, erst einmal nicht so auf Amerika fixiert zu
sein, sondern sich auf Deutschland zu fokussieren.
Fletch: "Um ehrlich zu sein, ist Amerika nicht alles, es ist nicht unser
Ziel. Im Moment ist Deutschland für uns wesentlich wichtiger. Deutschland
ist der Markt, den es zu erobern gilt."
David: "Es ist ein sehr aufregender Markt. Man kann zusehen, wie etwas
passiert, dass wir uns immer mehr entwickeln. Wir können sehen, dass wir
jedes Mal, wenn wir hier spielen, größer werden.[25] Es ist ein bisschen
verrückt. Wenn wir in deutschen Städten spielen, sorgt die Mund-zu-Mund-Propaganda
dafür, dass alle wissen, dass wir in der Stadt sind, so, als wären wir eine echt
hippe Band. Mir gefällt das. Es zeigt, dass unsere Musik bei den Leuten
ankommt.[26]"
Zu sagen, dass sie am amerikanischen Markt nicht interessiert waren, ist
natürlich nicht so ganz ehrlich. Sie schafften den Durchbruch dort einfach
nicht. Doch anstatt sich deswegen zu grämen, freuten sie sich eben daran,
dass sie nun in Deutschland "groß rauskamen". ("Being big in Germany" war so
eine Art Insiderwitz, denn auch dort würden sie trotz allen Erfolgs immer
eher eine Art Kultband bleiben, anstatt zu den großen Mainstreambands zu
zählen. Ich weiß, dass einige Leute sagen, dass sie inzwischen Mainstream sind,
aber ich denke nicht, dass man sie zu der gleichen Kategorie wie etwa Madonna
oder typische Chartmusik zählen kann. Die meisten Leute kennen sie und wenigstens
einen Song (meistens Enjoy The Silence) und die Band ist in der Lage, eine
Stadion-Tour auszuverkaufen, und doch haben sie nie das generelle Publikum
erreicht. Die generelle Meinung über sie ist ziemlich seltsam und eigenartig
distanziert, sodass offensichtlich ist, dass über sie letztlich nicht viel
bekannt ist.)

Trotz des Erfolges hatten sie noch immer Probleme mit der Presse. Themen wie
ihr Image wurden immer und immer wieder aufgegriffen.
Martin: "Wir werden kaum ernst genommen, schon gar nicht von der
Presse. Wir glauben nicht, was die Presse schreibt[27]," aber es war dennoch
schwer, damit umzugehen.
Sie wurden mit anderen Bands verwechselt, Reporter konnten sich
die Namen der Bandmitglieder nicht merken, mokierten sich über
Davids "lahmen Tanzstil" -
Alan: "Er ist nicht lahm. Ich mag ihn. Ich könnte das sicher
nicht so machen."[28] -
und fragten allen Ernstes immer noch nach Vince Clarke.
Fletch (auf die Frage, ob er Vince noch mögen würden und was er
von dessen Musik halte): "Oh ja, ich mag ihn wirklich als Person.
Ich meine, er war mein bester Freund über viele Jahre, also kann
ich ihn nicht hassen. Er hat mir auch nichts getan, ich komme immer
noch gut mit ihm aus. Bei der Musik bin ich mir nicht so sicher."
Ob Vince denn versuchen könne, zu DM zurückzukehren?
Fletch: "Nein. Wir würden ihn auch nicht haben wollen, nie. Da gibt
es keine Chance, weißt du, weil wir ihn nicht zurücknehmen würden.
Weil Alan zu ... wir sind gut befreundet mit Alan, weißt du? Alan
ist jetzt verwurzelt, und wir brauchen Vince nicht."[29]
All dies führte zu einer gewissen Frustration, was die Presse anbelangte.
Alan: "Es ist, weil es nur die Sicht des Journalisten auf uns ist.
Was immer wir sagen, wird verzerrt, somit ist das, was die Leute
über uns lesen, oft inkorrekt."
Und noch ein kleines Schmankerl zum Abschluss dieses Kapitels:
Fletch: "Wir haben immer noch keinen Plattenvertrag. Wir sind wirklich
stolz darauf, dass unser Deal mit Mute auf Vertrauen basiert, und wir sind
stolz darauf, dass wir morgen bei der EMI unterschreiben könnten!"[30]
Dieser Satz ist natürlich deshalb lustig, weil DM eines Tages zur EMI gehören
würden, nämlich dann, als Mute Records an die EMI verkauft wurde.
Quellenangaben:
[1] Recoil.co.uk
[2] Modes to Freedom, Record Mirror, 22.01.1983. Text: Betty Page
[3] Depeche Mode - Nearly There, Smash Hits, 03.-16.03.1983. Text: Peter Martin
[4] Poppix, 1982, unbekannter Autor
[5] Everything Counts (in Large Amounts), Number One, 19.10.1985. Text: Paul Bursche
[6] Modes to Freedom, Record Mirror, 22.01.1983. Text: Betty Page
[7] Recoil.co.uk / Depechemodebiographie.de
[8] Recoil.co.uk
[9] Coming up Smiling, The Face, Februar 1985. Text: Sheryl Garratt
[10] Recoil.co.uk
[11] Recoil.co.uk
[12] Recoil.co.uk
[13] New Life, No.1, 13.08.1983. Text: Paul Bursche
[14] Crushing The Wheels Of Industry, Meldody Maker, 7th January 1984. Text: Lynden Barber
[15] Enter the Countdown Mode, Record Mirror, 17.09.1983. Text: Sharon Machola
[16] Just Can't Get Enough, Uncut, Mai 2001. Text: Stephen Dalton
[17] Recoil.co.uk
[18] Modes to Freedom, Record Mirror, 22.01.1983. Text: Betty Page
[19] Red Rockers over the Emerald Isle, NME, 17.09.1983. Text: X. Moore
[20] Enter the Countdown Mode, Record Mirror, 17.09.1983. Text: Sharon Machola
[21] Everything Counts (in Large Amounts), Number One, 19.10.1985. Text: Paul Bursche
[22] Recoil.co.uk
[23] Enter the Countdown Mode, Record Mirror, 17.09.1983. Text: Sharon Machola
[24] Interview 83, Mode7CD
[25] Hanging in the Balance, NME, 26.03.1983. Text: Matt Snow
[26] New Life, No.1, 13.08.1983. Text: Paul Bursche
[27] Modes to Freedom, Record Mirror, 22.01.1983. Text: Betty Page
[28] Depeche Mode - Nearly There, Smash Hits, 03.-16.03.1983. Text: Peter Martin
[29] Interview 83, Mode7CD
[30] Up For Grabs, Sounds, 20.08.1983. Text: Johnny Waller
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