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GRÜNDUNG

Die Angaben zur Formierung der Gruppe(n) sind ein wenig widersprüchlich und verwirrend.
Es gibt hierbei zwei grundlegende Probleme: Erstens wurden in der Zeit der Gründung keinerlei Artikel geschrieben, sodass alle Informationen darüber auf Erinnerungen der Bandmitglieder in späteren Artikeln basieren. Es liegt in der Natur der Sache, dass je weiter ein Ereignis zurückliegt, die Erinnerungen immer undeutlicher werden.
Zweitens wurden in den früheren Jahren seitens der Journalisten kaum jemals klare Fragen formuliert, sondern eher Suggestivfragen gestellt, und die Bandmitglieder neigten dazu, darauf "anzuspringen". Außerdem bezogen sich die Journalisten gern auf ältere Artikel, anstatt eigene Fragen zu stellen. Ein weiterer Punkt ist, dass DM in ihren Anfangszeiten so gut wie nicht ernst genommen wurden.
Wie auch immer - so in etwa war es:




Etwa 1977 gründeten Vince und Fletch No Romance In China, mit Vince als Sänger und Gitarrist sowie Fletch als Bassist. Eine andere Quelle besagt, dass No Romance In China 1979 gegründet wurde. Ich neige jedoch dazu, von 1977 auszugehen, denn Fletch sagte, sie hätten diese Band gehabt, als er 16 war, und 1977 war er definitiv 16.
Weiterhin gibt es zwei unterschiedliche Quellen, die eine Band namens The Plan erwähnen, die 1978 aus Robert Marlowe als Sänger und Vince als Gitarristen bestanden haben soll.
Bis 1979 spielte Martin Gitarre bei dem Akustikduo Norman And The Worms, gemeinsam mit Philip Burdett, der den Gesang übernahm. Gleichzeitig waren Vince und Martin 1979 anscheinend noch in einer anderen Band.
David: "Vince hatte eine Band, The French Look, mit Martin, Rob Marlowe und Rob Allen, für die ich den Sound mischte. Dann startete Vince Composition Of Sound mit Andy und Martin. Die beiden Gruppen fielen auseinander, weil beide Martin wollten. Typisch, er konnte sich nicht entscheiden, wollte zu allen nett sein."[1]
In anderen Quellen heißt es allerdings, dass The French Look aus Martin, Rob Marlowe und Paul Redmond bestand.



Tunnel

(Ein Tunnel in Basildon - mit freundlicher Genehmigung von © Leah)



Es ist nicht ganz klar, ob und wie sehr Vince, Martin und Fletch zu diesem Zeitpunkt mit David im Kontakt waren. Einmal wird der Eindruck erweckt, als kannten sie ihn nur vom Sehen. Dann wieder sagt Martin: "Es war nicht so, dass er ein Fremder gewesen wäre. Wir kannten uns alle aus Schultagen."[2] Natürlich kann auch das bedeuten, dass sie sich an sich nur vom Sehen kannten, zumal sie nicht auf die gleiche Schule gingen.
In einer anderen Quelle wird David mit: "Ich traf Vince Clarke eines Tages vor einem Pub."[3] zitiert. Dies könnte bedeuten, dass er Vince besser kannte als Martin und Fletch. Andererseits müsste er auch Martin gut gekannt haben, zumal er für The French Look den Sound mischte, wie er sagte.

Wie dem auch immer sei: 1980 gründeten also Vince, Fletch und Martin Composition Of Sound mit zwei Gitarren, einem Bass (Fletch) und einer Drum Machine (die korrekte Übersetzung dieses Wortes ist mir zu kompliziert ;-) "Schlagzeugcomputer" vielleicht). Obwohl Martin ebenfalls Songs schrieb, war Vince der Bandleader, textete und sang.
Sie hatten auch ein paar Auftritte zu dritt - einen im Scamps im Southend und einen bei Deb Danahays Party. (Letzterer war kein richtiger Auftritt, denn Deb Danahay war Vinces Freundin.) Leider scheint es zu diesen Auftritten keine exakten Daten zu geben.
Vince: "Das waren nicht mal minimale Erfolge."
Fletch: "Die Menge reagierte nicht. Also verlor Vince die Beherrschung. ... Störer wurden rausgeworfen."
Martin: "Da waren eine Menge 14jährige, die noch nie zuvor einen Synthesizer gesehen hatten, also spielten sie an den Knöpfen herum und fragten: Was passiert damit?"[4]


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Es fehlte etwas, um Erfolg zu haben.
Martin: "Obwohl wir dringend einen Sänger brauchten, nahmen wir uns Zeit und warteten geduldig darauf, dass die richtige Person vorbei kommen würde."[5]
Und irgendwann lief ihnen diese richtige Person über den Weg.
Fletch: "Das passierte so: wir hörten David, als er bei einer Jamsession Hereos von David Bowie sang. Wir waren nicht mal sicher, dass er es war, der es sang, es gab so viele Leute, die da sangen!"[6]
Das war offenbar das erste Mal, dass die anderen David wirklich wahrnahmen. Vince meinte, sie sollten ihn in der Band haben, weil - so David später - "er dachte, ich sähe gut aus.[7] Vince rief mich an und fragte mich, ob ich es gewesen wäre, der gesungen hatte, und ich sagte ja. Da hatten auch noch andere Leute gesungen, aber ich sagte, ich sei es gewesen.[8] Er fragte mich, ob ich zu einer Probe kommen wollte. Ich war sehr schüchtern, aber es war etwas, womit ich mich beschäftigen konnte.[9]"
Etwas konträr dazu sagt Martin: "Dave fing eines Tages an, mit uns bei einer Probe zu spielen, und wir fragten ihn, ob er Mitglied werden wolle."[10]
Und Vince: "Dave Gahan war die Modeikone von Basildon. Er war der Neue Romantiker. Es gab Gerüchte, dass er in Club Blitz im London dabei gewesen war. Es wirkte alles sehr glamourös. Daher beschlossen wir, ihn als Frontmann zu holen, denn er war auffallend, extrovertiert und sehr, sehr selbstbewusst. Also luden wir ihn zu einer Probe ein."[11]
Dies könnte tatsächlich der Grund gewesen sein, denn auch Martin sagte viele Jahre später: "Er hatte wirklich ein Gefühl für Style, und ich denke, dies war einer der Gründe, warum wir ihn als Bandmitglied rekrutierten. Ich denke, wir rekrutierten ihn, weil er mit einem Haufen Leute rumhing. Er schien eine Menge Freunde zu haben, die uns umgehend als Publikum zur Verfügung standen." (lacht)
Fletch: "Während der New Romantic-Phase sah er einfach großartig als Neuer Romantiker aus, während wir anderen - besonders ich - damit nicht gerade erfolgreich waren."[12]

Wie auch immer es nun genau war: damit war die neue Band komplett.
Man ist sich in Fachkreisen uneins darüber, wann genau der erste Auftritt mit David war. Einige meinen, es war der 31. Mai, andere sagen, es war der 14. Juni. Sicher ist: an beiden Tagen traten Composition Of Sound in der St. Nicholas School in Basildon auf, wobei sie als Vorgruppe von The French Look agierten. (Vermutlich war es der 31. Mai. Es gibt hierzu auch noch eine Geschichte, in der es heißt, Martin habe zu dieser Zeit zudem noch bei The French Look gespielt. Es heißt, er sei erst mit Composition Of Sound aufgetreten, habe dann das Hemd gewechselt und sei anschließend wieder auf die Bühne gegangen, diesmal mit The French Look.)
David war ungeheuer nervös und soll laut Fletch "etwa zehn Dosen Lager" gebraucht haben, um sich zu beruhigen.
David: "Alles, woran ich mich erinnern kann, ist, dass ich ununterbrochen zu mir selbst sagte: Ich will das nicht tun, ich will das nicht tun."[13]
Wirklich schlimm kann es dann aber nicht gewesen sein. Auch brachte David eine Menge Leute mit ins Publikum, sogenannte Neue Romantiker, was den Auftritt aufwertete und auch eine Art Startschuss darstellte. Es scheint, als sei David in diesen frühen Tagen generell sehr nützlich gewesen, da er sehr viele Leute kannte.
Fletch: "Dave kannte die Southend-Szene, was es uns ermöglichte, vor 300 Leuten zu spielen."[14]
David: "Ich hatte eine Menge Freunde, die sich gern schick anzogen und auf Konzerte gingen. So hatten wir immer bereits gut 30 Leute im Publikum."[15] (Ich weiß nicht, ob dies hier ein Tippfehler ist, oder ob Fletch bei der Anzahl der Leute übertrieben hat.)
Sie traten zunächst im Bridge House in London auf, wo ihnen der Betreiber eine Chance gab. Diese Konzerte waren ebenso wertvoll wie die im Crocs in Rayleigh. Auch hier hatten sie jemanden, der ihnen half.
David: "Der dortige DJ, Rusty Egan, mochte uns und so konnten wir dort auftreten, wenn er auflegte."[16]
Fletch: "Wir haben wohl so an die fünfzehn Mal im Crocs gespielt, und das machte uns viel Mut, wir waren nicht mehr wirklich nervös.[17] Jeden Samstag traten wir auf und spielen vor 300 Leuten, 280 davon kannten wir.[18]"


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Es scheint, als seien die anderen drei zunächst recht zufrieden damit gewesen, nur ein paar Konzerte für ihre Freunde zu spielen. Vince hingegen hatte Ambitionen, erfolgreich zu werden und auch, sich musikalisch zu entwickeln: "Als wir anfingen, wollten wir sehr klar klingen. Man geht und hört sich eine Band an, und da gibt es Schlagzeug, Gitarren und Saxophon, das ist wie eine Soundwand. Ich wollte einen Sound erzeugen, bei dem man jedes Instrument heraushören kann, jede Melodie. Außerdem wollten wir einen Rhythmus erzeugen, zu dem man tanzen konnte."[19]
Es war dann jedoch nicht Vince, der den Startschuss dazu gab, dass sie im Laufe des Sommers 1980 zu einer Synthesizerband wurden. Vielmehr war es Martin, der sich als Erster einen Synthesizer kaufte. Allerdings gab es ein paar Startschwierigkeiten. So gab er zu, dass er seinen Synthesizer einen Monat lang besaß, bevor er herausfand, dass er den Sound verändert konnte. "Weißt du, dieser Sound, der so klingt - WAUGH? Daran blieb ich ewig hängen. Als wir unser erstes Demoband machten, hatten alle Spuren den gleichen Klang.[20] Es dauerte nicht lange, bis die anderen nachzogen. Es ist viel leichter, Synthesizer zu lernen als die meisten anderen Instrumente.[21]"
David: "Wir wechselten nicht zu den Synthesizern, weil es gerade in war. Es passierte einfach. Einige unserer Freunde fanden sie toll, und wir mochten den Klang."[22]
Martin: "Für uns war Synthesizer ein Punkinstrument, weil es da noch ziemlich neu war und sein Potential unbegrenzt schien."[23]
Fletch: "Vince hatte sechs Monate gespart, um sich eine Gitarre zu kaufen, und er war ein bisschen verärgert, als Martin sich seinen Synthesizer kaufte. Also sparte er noch mal sechs Monate für einen Synthesizer. Damit hatten wir also zwei, und ich spielte Bass. Und dann Vince kam eines Tages und meinte: Ich denke, es wäre gut, wenn du auch einen Synthesizer hättest - lass uns alles elektronisch machen."[24]

Es folgten weitere (verbürgte) Auftritte am 21.06, 02.07., 16.08., 30.08., 20.09., 24.09. und 11.10., im Alexandra Pub in Southend-on-Sea, im Crocs in Ragleigh und im Bridgehouse in London, ehe sie ihren Namen von Composition Of Sound in Depeche Mode änderten. Von Beginn an taten sie sich schwer mit Namen und Titeln, und so fiel ihnen auch lange kein guter Bandname ein.
Martin: "Dave lernte Modedesign und Schaufensterdekoration und benutzte das französische Magazin Mode Dépêche als Vorlage. Es bedeutet eilige Mode oder Modeversand.[25]" [Eigentlich "Modenachrichten"] Aber zunächst kümmerten sie sich nicht weiter um die Bedeutung. "Es ist immer schwierig, etwas zu finden, was man selbst mag und was auch andere Leute anspricht. Wir sahen den Namen auf dem Magazin und es machte Klick. Wir haben uns nie darum gekümmert, was es genau heißt."[26] (Schwer zu glauben, wenn man bedenkt, dass Martin sein Abitur mit Französisch gemacht hat.)
Über das erste Konzert, das sie als "Depeche Mode" gaben, ist man sich ebenfalls nicht ganz einig. Einige meinen, es sei der 16.10.1980 im Bridge House gewesen, anderen sagen, es sei der 29.10. im Ronnie Scott's in London gewesen. Ich denke, es war der 16.10., zumal es hierzu einige Anzeigen in Zeitungen gab.


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Nach und nach begannen sich die Dinge zu entwickeln. Im Crocs stellte der DJ Rusty Egan die Band Stevo Pearce vor, einem anderen DJ, der sie fragte, ob sie einen Song zum Some Bizarre Album beisteuern wollten. Das Album beinhaltete Tracks von New-Wave-Gruppen ohne Plattenvertrag. Stevos Vision war es, ein Album zu kreieren, das sich der Mode und dem Style der Zeit widersetzte.
Vince: "Zu dieser Zeit hatten wir keinen Plattenvertrag, und wir interessierten uns für dieses Projekt, also taten wir es. Jetzt bedauern wir es wegen dieses Futuristen-Zeugs."[27]
(Es würde Jahre dauern, bis sie das "Futuristen-Zeugs" los werden würden, und eben so lange, bis sie nicht mehr zu den Neuen Romantikern gezählt werden würden.)

Während dieser Zeit hatten sie (zumindest Martin, Fletch und David) noch immer keine großartigen Ambitionen, eine große, erfolgreiche Band zu werden. Dennoch waren sie daran interessiert, eine Platte zu machen. Daher nahmen sie ein Demoband auf und gingen damit zu den verschiedensten Plattenfirmen. (Viele Jahre später würden einige Exemplare dieses Bandes auf Ebay auftauchen und für eine kleine Sensation unter den Fans sorgen.) Doch zunächst interessierte sich niemand für sie.
Fletch: "Als wir mit dem Demoband die erste Vorstellrunde drehten, kam nichts von den Plattenfirmen zurück."
David: "Ja, Vince und ich gingen überall hin, besuchten so 12 verschiedene Firmen an einem Tag.[28] Aber niemand war interessiert, alle wiesen uns ab[29], außer diesem Rasta-Typ, der uns zu einer Elektro-Reggae-Gruppe umfunktionieren wollte. Ehrlich! Es war total verrückt - er hatte diesen Plan, uns nach Nigeria zu bringen ...[30] Auch Daniel [Miller, Boss des Labels Mute Records] war zunächst nicht interessiert. Wir waren mit unserem Tape bei Rough Trade.[31] Das war unsere letzte Hoffnung, und wir dachten schon, sie würden es mögen, und am Ende sagten sie: Ganz gut, aber das ist nichts für Rough Trade. Dann sagten sie, dass es vielleicht was für ihn wäre und deuteten auf Daniel, der gerade herein kam. Er drehte sich um, sah uns an, sagte: 'Yeeeech', ging raus und warf die Tür hinter sich ins Schloss."[32]


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Aber am 11.11., als DM als Vorgruppe von Fad Gadget im Bridgehouse auftraten (später würde Fad Gadget mal als Vorgruppe von DM spielen), sprach Daniel Miller sie von sich aus an und fragte sie, ob sie eine Single mit ihm aufnehmen wollten.
Vince: "Wir haben eine bessere Chance mit Mute. Daniel ist gut zu uns, und wir mögen die Art, wie er arbeitet. Er hatte großen Erfolg mit den Silicon Teens, und wir fühlen uns gut aufgehoben. Daniel hat eine Nase für solche Dinge.[33] Mute ist eine der ehrlichsten Firmen. Wir haben mit all den großen Firmen gesprochen und fanden, dass nur halb sie nett waren, wie sie sich zunächst gaben. Wir waren misstrauisch ihnen gegenüber. Ich denke, wir hatten Glück, die richtige Person zur richtigen Zeit zu treffen.[34]"
David: "Daniel war der Erste, dem wir vertrauen konnten. Er sagte, er würde eine Single mit uns machen. Wenn wir danach nicht in seiner Firma bleiben wollten, seien wir dazu nicht verpflichtet."[35]

Der Vertrag wurde nur per Handschlag besiegelt und DM wurden - nach Fad Gadget und Non - die dritte Band in der Firma Mute, die damals noch nicht mal eigene Geschäftsräume hatte.
Daniel Miller (übrigens - wusstest du, dass er eine Filmhochschule besucht hat und nach dem Verlassen des Colleges 1971 erst mal als Cutter arbeitete?) hatte Mute Records 1977 gegründet, als er auf eigene Faust die Single TVOD/Warm Leatherette veröffentlichte. Er dachte dabei niemals daran, dafür bei einer der großen Plattenfirmen zu unterschreiben. Er mochte sie ganz einfach nicht. Die Idee, unabhängig zu sein, gefiel ihm, und er begann mit einer Auflage von 500. Da sich die Single gut verkaufte, ging er eine Kooperation mit Rough Trade ein. Als er Fad Gadget traf, beschloss Miller, mit Bands zu arbeiten und so etwas wie Labelchef und Produzent in einem zu werden.
Er wurde so eine Art "musikalischer Vater" für DM, und für lange Zeit war er so etwas wie das "heimliche fünfte Mitglied" der Band.



New Life

(New Life - mit freundlicher Genehmigung von © Sandra Lara)



Die Band wusste dies sehr zu schätzen und blieb bei Mute, obwohl sie nach den ersten Erfolgen auch von größeren Firmen angesprochen wurden, die ihnen Verträge anboten.
David: "Plötzlich interessierte sich jeder für uns, und die großen Plattenfirmen standen Schlange. Der Musikstil kam in Mode, und sie machten förmlich Jagd auf uns.[36] Sie kamen zu den Auftritten, kauften uns was zu essen, als wollten sie uns mästen. Sie boten uns viel Geld an, was verlockend war, aber wir vertrauten Daniel."
Fletch: "Ich denke, wir lassen ein bisschen was aus, weil wir keine Hunderttausende von Pfund hinter uns haben. Wir haben einen Partnerschaftsvertrag, sodass wir unsere Kosten selbst tragen müssen."[37]
Andererseits bot ihnen dies künstlerische Freiheit und die volle Kontrolle über alles, was sie betraf. Sie durften (wie Alan es später mal sagte) sich entwickeln und ihre eigenen Fehler machen. Etwas, was vielen anderen Künstlern nicht vergönnt ist, da viele von ihnen eher Opfer denn Partner ihrer Plattenfirmen sind. Es gibt viele Beispiele von jungen Bands, die Marionetten ihrer Labels sind. Einige müssen ein Album nach dem anderen veröffentlichen, andere können überhaupt keine Platte aufnehmen, weil sie blockiert werden. Es ist ein schmutziges Geschäft. Eine Feststellung, die DM durchaus auch machen würden, aber sie würden sich immer in einer glücklichen Position befinden. Auf der anderen Seite hatten sie auch immer ein wenig den Status eines Außenseiters inne, was ihre Stellung im Musikgeschäft betrifft.
Martin: "Mit Mute war das immer Schritt für Schritt, wie es immer noch ist. Es gab zuerst nur einen Deal für eine Single, wohingegen uns alle anderen dazu bringen wollten, für neun Alben zu unterschreiben. Das erschien uns zu viel."[38]

Aber es stand noch das Some Bizarre Projekt im Raum. Da Miller und Stevo geschäftliche Kontakte miteinander unterhielten, wurden letztlich beide Projekte realisiert.
So nahmen DM Ende 1980 Photographic für das Some Bizarre Album auf - mit Daniel Miller als Produzent. Hierbei baute die Band einfach ihr Equipment im Studio auf und spielte einige ihrer Stücke. Schließlich wurde Photographic ausgewählt. Der Song wurde an nur einem Tag aufgenommen und abgemischt.






Quellenangaben:
[1] Dave Gahan: The Wild Boy, No. 1, 04.05.1985
[2] Angels with shining Faces, Record Mirror, 01.08.1981. Text: Mike Nicholls
[3] Dave Gahan: The Wild Boy, No. 1, 04.05.1985
[4] Going U.P.!, Smash Hits, 09.-22.07.1981. Text: Steve Taylor
[5] Depeche Mode, Bobcat Books, London 1986. Text: Dave Thomas
[6] Depeche Mode: Hurried Fashion, The Face, Juni 1981. Text: Ian Cranna
[7] Depeche Mode, Published by HMV / Melody Maker, 22.09.1990. Autor unbekannt
[8] Just Can't Get Enough, Uncut, Mai 2001. Text: Stephen Dalton
[9] Dave Gahan: The Wild Boy, No. 1, 04.05.1985
[10] Angels with shining Faces, Record Mirror, 01.08.1981. Text: Mike Nicholls
[11] The Story Of Depeche Mode, BBC Radio London Live94.9, 07.05.2001, Produzent: Tony Wood
[12] My interview with Depeche Mode, 29.01.2010, Text: oyvindholen
[13] Going U.P.!, Smash Hits, 09.-22.07.July 1981. Text: Steve Taylor
[14] Andy Fletcher: The Brigade Boy, No. 1, 18.05.1985
[15] Just Can't Get Enough, Uncut, Mai 2001. Text: Stephen Dalton
[16] Angels with shining Faces, Record Mirror, 01.08.1981. Text: Mike Nicholls
[17] Going U.P.!, Smash Hits, 09.-22.07.1981. Text: Steve Taylor
[18] Mode Ahead, Muzik, Juli 2001. Text: Ralph Moore
[19] Play for Tomorrow, New Sounds, New Styles, August 1981. Text: Pete Silverton
[20] Modish Musings, Sounds, 07.11.1981. Autor unbekannt
[21] Angels with shining Faces, Record Mirror, 01.08.1981. Text: Mike Nicholls
[22] Basildon a La Mode, NME, 21.03.1981. Texr: Chris Bohn
[23] Depeche Mode, Published by HMV / Melody Maker, 22.09.1990. Autor unbekannt
[24] Depeche Mode: The Interview, Talking Music SPEEK013, 1988
[25] Martin Gore: The Decadent Boy, No. 1, 11.05.1985
[26] The Name's the Game! Zig Zag, November 1982. Text: John Kercher
[27] Basildon a La Mode, NME, 21.03.1981. Text: Chris Bohn
[28] The Bright Side of the Moon, Sounds, 04.09.1982. Text: Karen Swayne
[29] Modish Musings, Sounds, 07.11.1981. Autor unbekannt
[30] The Bright Side of the Moon, Sounds, 04.09.1982. Text: Karen Swayne
[31] Play for Tomorrow, New Sounds, New Styles, August 1981. Text: Pete Silverton
[32] The Bright Side of the Moon, Sounds, 04.09.1982. Text: Karen Swayne
[33] This Year's Model(l), Sounds, 31.01.1981. Text: Betty Page
[34] Mute Speak, NME, 02.05.1981. Text: Vivien Goldman
[35] Going U.P.!, Smash Hits, 09.-22.07.1981. Text: Steve Taylor
[36] Modish Musings, Sounds, 07.11.1981. Autor unbekannt
[37] The Bright Side of the Moon, Sounds, 04.09.1982. Text: Karen Swayne
[38] Everything Counts (in Large Amounts), Number One, 19.11.1985. Text: Paul Bursche



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